
Heilpflanze des Monats: Birke
Die Birke gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Birke ist die Hänge- oder Warzenbirke (lat. Betula pendula). Die Birke kommt sowohl mit Trockenheit, als auch mit Kälte gut zurecht und bevorzugt karge Böden.
Aussehen
Die Birke wird bis zu 30 Meter hoch und man erkennt sie an ihrem auffallenden weißen Stamm, dessen weiße Borke sich hauchdünn ablösen lässt. Die weiße Farbe der Rinde wird durch das eingelagerte Betulin verursacht. Der Birkensaft wurde schon von den Galliern als Leim (Bitumen) verwendet und hat der Birke ihren Gattungsnamen „Betula“ gegeben. Charakteristisch sind auch die hängenden Zweige und männlichen Blütenstände der Birke.
Wirkung
Die Birke wird auch Nierenbaum genannt, weil das Trinken von Birkenblättertee die Nieren sanft anregt. Birkenblätter wirken harntreibend, regen die Nieren und den Stoffwechsel an, entwässern und entgiften. Dabei wird die Harnmenge erhöht und es wird mehr Harn ausgeschieden als Tee getrunken wird.
Anwendung
Als Heilmittel werden meist die Birkenblätter (lat. Betulae folium) verwendet. Die Birkenrinde mit ihrem Inhaltsstoff Betulin wird als Trockenextrakt in Gels zur Behandlung von oberflächlichen Hautwunden und Verbrennungen bis zum Grad II verwendet.
Aufgrund ihrer entwässernden Wirkung werden Birkenblätter zum Beispiel bei Blasenentzündungen eingesetzt. Man verwendet Birkenblätter auch unterstützend bei Rheuma, Gicht und anderen Gelenkserkrankungen. Im Frühjahr sind Birkenblätter auch zur Anregung des Stoffwechsels beliebt.
RezeptE: Birkenblätter-Tee und birken-Haarwasser
Birkenblätter-Tee
1 Tl getrocknete Birkenblätter
150 ml Wasser
Getrocknete Birkenblätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. 2-3 Tassen täglich bei Blasenentzündungen trinken. 2 Tassen für 1-2 Wochen bei kurmäßiger Anwendung im Frühjahr.
Haarwasser aus Birkenblättern und Apfelessig
5 EL frische Birkenblätter
300 ml natürlicher Apfelessig
300 ml Wasser
Die Birkenblätter mit dem Messer zerkleinern. In ein Schraubglas füllen und mit dem Apfelessig übergießen. Verschlossen an einem hellen und warmen Platz 1-2 Wochen stehen lassen. Danach abseihen und mit 300 ml Wasser verdünnen.
Das Haarwasser nach dem Haarewaschen in die Haare und die Kopfhaut einmassieren. Nicht ausspülen, nur trocknen lassen. Der Essiggeruch verfliegt bis die Haare trocken sind. Das Haarwasser wirkt gegen Juckreiz und Schuppen und verleiht den Haaren Glanz.
Quellen
Kooperation Phytopharmaka (2024): Arzneipflanzenlexikon: Birke. URL:
https://arzneipflanzenlexikon.info/birke.php (abgerufen am 15.1.2025)